Wie kann eine Sozialraumanalyse aussehen? Was sollte ein Familienzentrum vom Stadtteil wissen? — Welche Methoden gibt es?

Antworten auf diese Fragen hat Renate Thiersch (2000) auf übersichtliche Weise zusammengefasst. Es geht zunächst darum, die Lebensbedingungen der Familien im Sozialraum kennenzulernen. Dies kann bspw. über Stadtteil-Erkundungsgänge geschehen, die auch mit den Kindern gemeinsam durchgeführt werden können.

Auf was kann dabei geachtet werden?

  • Wo stehen Hochhäuser, Reihenhäuser, Einfamilienhäuser?
  • Sind sie alt, neu, gepflegt, verwohnt?
  • Wo sind Durchgangsstraßen, Nebenstraßen, verkehrsberuhigte Bereiche?
  • Wo bestimmen parkende Autos die Straßen?
  • Gibt es Gärten, Grünanlagen?
  • Gibt es Gehwege, Radwege, besondere Gefahrenstellen?
  • Wie ist der öffentliche Nahverkehr?
  • Wo sind Geschäfte, Schulen, Ämter, Fabriken, Freizeiteinrichtungen, Spielplätze usw.?

Darüber hinaus sollte die Einrichtung über Daten zur Bevölkerungsstruktur verfügen, die sie über das örtliche Jugendamt bzw. die Jugendhilfeplanung erhält.

  • Wie viele Einwohner wohnen im Bezirk?
  • Wie viele Kinder leben dort?
  • Wie viele ausländische Mitbürgerinnen und Mitbürger wohnen im gleichen Bezirk?
  • Wie groß sind die Haushalte?
  • Wie viele Arbeitslose, Empfänger von SGB II- Leistungen wohnen dort?
  • Welche Schulen und Kindereinrichtungen gibt es?

        usw.

Auch Hintergrundinformationen zum Stadtteil können sinnvolle Hinweise liefern:

  • Ist die Bevölkerung eher einheitlich oder bunt zusammengesetzt?
  • Wo arbeiten die Menschen, die dort wohnen? Gibt es viele Pendler?
  • Was weiß man über die Berufstätigkeit der Frauen, der Mütter?
  • Gibt es Vereine im Stadtteil?
  • Welche politischen oder sozialen Gruppen gibt es im Stadtteil?