Wie kann eine Kooperation zwischen einem Familienzentrum und der Kindertagespflege aussehen?

In der Praxis gibt es verschiedene Stufen der Kooperation zwischen Familienzentrum und Kindertagespflege:

  • Die Kenntnis der jeweiligen Kindertagespflegeangebote und Vermittlungsvoraussetzungen sowie die Beratung über die Inanspruchnahme dieser Leistungen sind als Basis für eine Zusammenarbeit unerlässlich. Hier können Informationsabende zur Kindertagespflege ein erster Schritt sein.
  • Eine mögliche Form der darüber hinausgehenden Kooperation ist die Vernetzung von Erzieherinnen und Erziehern der Tageseinrichtung und Tagespflegepersonen zum fachlichen Austausch oder zur Weiterentwicklung der pädagogischen Arbeit. Aber auch die gemeinsame Teilnahme an Fortbildungs- und Qualifikationsveranstaltung trägt zu einer verbesserten Zusammenarbeit bei. Denkbar ist ebenfalls, dass das pädagogische Personal beider Betreuungsformen bei der Elternarbeit kooperiert. So  können zum Beispiel Eltern-Kompetenz-Angebote, Bewegungs- und Freizeitaktivitäten sowie die Arbeit mit Vätern oder Ähnliches für die Eltern des Familienzentrums als auch der Kindertagespflege gemeinsam angeboten werden.
  • Eine weitere Möglichkeit besteht in der punktuellen oder projektbezogenen Kooperation von Kindertagespflege und Familienzentrum. So ist es zum Beispiel vorstellbar, dass Tagespflegepersonen mit „ihren“ Kindern die Außenbereiche der Kita nutzen oder spezielle Angebote im Familienzentrum wie musikalische Früherziehung, Bewegungsangebote, Vorleseaktionen, kunst- und naturwissenschaftliche Projekte etc. wahrnehmen.
  • Bei entsprechenden räumlichen und personellen Ressourcen kann Kindertagespflege im Familienzentrum erfolgen. Auch in Randzeiten, wenn Kinder vor oder nach den Öffnungszeiten der Kita ergänzend betreut werden müssen, ist eine räumliche Zusammenführung von der Kindertagespflege und Familienzentrum sinnvoll. Eine solchen Kooperation erleichtert sowohl den Kindern einen späteren Übergang in die Kindertageseinrichtung als auch den Tagespflegepersonen und Erzieherinnen/Erziehern der Kita ggf. erforderliche Vertretungslösungen. So kann flexibel auf Notfälle oder Krankheiten von Betreuungspersonen reagiert werden und für Eltern und Kinder eine verlässliche Betreuung gewährleistet werden. Gleichzeitig bietet dies den Beschäftigten, die in Teilzeit in der Einrichtung angestellt sind, die Möglichkeit, bei entsprechender Qualifizierung ihr Stundenkontingent aufzustocken. Ein weiterer Nutzen besteht für die Eltern mit Kindern in unterschiedlichen Betreuungsformen. Sie haben kürzere Wege und können so Familien und Beruf besser miteinander vereinbaren.
  • Eine Aufgabe eines Familienzentrums kann in der Vermittlung einer qualifizierten Kindertagespflege bestehen. Hierbei ist darauf zu achten, dass keine Parallelstrukturen vor Ort aufgebaut werden, da die meisten Kommunen in Nordrhein-Westfalen spezielle Stellen zur Vermittlung eingerichtet haben.  Deshalb sollten Familienzentren nur in Absprache mit dem Jugendamt und der örtlichen Fachvermittlung für Kindertagespflege ein solches Angebot entwickeln. In der Vergangenheit hat die Kooperation mit der Kommune dazu geführt, dass einige Familienzentren die Vermittlung im Jugendamtsbezirk übernommen haben. Die Niedrigschwelligkeit der Familienzentren ist ein zentraler Vorteil bei der Vermittlung von Kindertagespflege.